Bewertungsportale für Arbeitgeber: Überblick und Strategien für Unternehmen im Umgang mit Kununu und Co.

Wir haben in unserem letzten Blogartikel einen Blick auf Eigenschaften und Tipps für eine erfolgreiche Employee Journey geworfen. Dieses Mal legen wir den Fokus auf den Beginn der Journey innerhalb der Bewerbungsphase. In dieser kam es mit der stetig wachsenden Digitalisierung zum Aufkommen einer immer wichtiger werdenden Informationsquelle für Bewerbende: den Arbeitgeberbewertungsportalen.

Im folgenden Artikel nehmen wir uns diese einmal genauer vor. Wir informieren über die bekanntesten Portale in Deutschland, wie sich die Portale in der Bewerbungsphase eingliedern, welche negativen Auswirkungen schlechte Bewertungen auf die Personalgewinnung haben kann und welche Tipps es für den Umgang mit den Bewertungen gibt, um souverän mit Unternehmensbewertungen umzugehen und die positive Wahrnehmung zu stärken.

Inhaltsverzeichnis

Bewertungsportale in Deutschland

Bewertungsplattformen wie Kununu sind nicht bloß virtuelle Schwarze Bretter, sondern vielmehr ein Spiegel, der die Eindrücke der Mitarbeitenden über ihre Arbeitgeber einfängt. Personaler*innen und Unternehmen können hier wertvolle Einblicke gewinnen, um gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Unternehmenskultur einzuleiten.

Insbesondere in Deutschland haben sich Plattformen wie Kununu, Glassdoor und Indeed als maßgebliche Informationsquellen etabliert. Hier werfen wir einen genaueren Blick auf die bekanntesten Portale und ihre Eigenschaften.

Kununu: die Nr. 1 in Deutschland

Mit über 4,4 Millionen Bewertungen und ca. einer Million hinterlegten Unternehmen allein in Deutschland ist Kununu die unangefochtene Nummer eins unter den Bewertungsportalen für Arbeitgeber. Die Plattform zeichnet sich nicht nur durch ihre Größe aus, sondern auch durch die detaillierten Bewertungen, die Einblicke in verschiedene Aspekte der Unternehmenskultur, Work-Life-Balance und Führung geben.

Glassdoor: internationale Perspektiven

Glassdoor ist international bekannt und ermöglicht nicht nur Bewertungen von Mitarbeitenden, sondern auch Einblicke in Gehaltsstrukturen und Vorstellungsgespräche. Mit über 70 Millionen Nutzern weltweit bietet die Plattform einen globalen Überblick über Unternehmen und deren Ruf und ist daher besonders für international agierende Firmen von Bedeutung.

Indeed: die All-in-One-Lösung

Indeed ist nicht nur eine Jobbörse, sondern integriert auch Arbeitgeberbewertungen. Mit seiner Reichweite als eine der größten Jobplattformen weltweit, bietet Indeed eine umfassende Übersicht über Stellenangebote und die dazugehörigen Bewertungen.

Bedeutung der Portale in der Bewerbungsphase

Die Jobsuche ist heutzutage in vielen Aspekten nicht mehr mit der herkömmlichen vergleichbar. Wo früher gezielt Unternehmen für eine Bewerbung herausgesucht wurden, sind heute Jobsuchende auf Portalen unterwegs und geben schlicht ihre aktuelle Berufsbezeichnung oder angrenzende Bereiche ein, um Vakanzen in ihrer Nähe zu finden und gleichen die Aufgaben mit den Fähigkeiten und Interessen ab.  Dies hat zur Folge, dass in vielen Fällen auch keinerlei Vorwissen über den potenziellen Arbeitgeber besteht. Ein Klick auf die Unternehmenshomepage ist oft ein erster Schritt. Der darauffolgende ist dann jedoch oftmals schon der auf die Bewertungsportale.

Eine Studie von Trendence aus dem Jahr 2021 ergab, dass fast drei Viertel (73,6%) der Berufstätigen in Deutschland Bewertungsportale für Arbeitgeber nutzen. Die Bewertungen dienen als wichtiger Faktor bei ihrer Entscheidung für oder gegen eine Bewerbung. Die Informationen auf diesen Portalen sind, wie eingangs erwähnt, dadurch für viele der erste Berührungspunkt mit einem potenziellen Arbeitgeber und somit das Aushängeschild des Unternehmens.

Der Einfluss negativer Bewertungen auf die Personalgewinnung

Negative Bewertungen können einen erheblichen Einfluss auf die Personalgewinnung haben. In vielen Fällen kommt es zu einer Diskrepanz zwischen Firmenauftritt und Bewertungen und das wird gemerkt. So gaben 67,8% der Bewerbenden an, Differenzen zwischen der Kommunikation des potenziellen Arbeitgebers und der Bewertung von Mitarbeitenden zu erkennen. Dies hat weitreichende Folgen: mehr als die Hälfte bewirbt sich bei dem Feststellen einer Diskrepanz nicht mehr bei dem Unternehmen und 26,7% gaben sogar an, dass sie sich nie mehr bei dem jeweiligen Unternehmen bewerben würden. So wird Stück für Stück der Pool an potenziellen Kandidaten langfristig abgebaut.

Die Auswirkungen gehen jedoch über die direkte Bewerberabwehr hinaus – auch bestehende Mitarbeiter*innen könnten aufgrund von schlechten Bewertungen ihre Loyalität zum Unternehmen infrage stellen und im schlimmsten Fall einen Wechsel des Arbeitgebers in Betracht ziehen.

Studienleiterin Dr. Katharina Pernkopf von der Leopold-Franzens Universität Innsbruck sagt dazu: “Eine realistische Jobpreview, sowohl auf der Stellenseite als auch auf dem Bewertungsportal, ist wichtig. So werden unnötige Kosten der Unternehmen und Frustration der Jobsuchenden vermieden und Wertevorstellungen auf beiden Seiten können in Einklang gebracht werden.”

Strategien für einen konstruktiven Umgang mit Kritik

Umso wichtiger ist es also, souverän und professionell mit den Bewertungen umzugehen. Daher möchten wir an dieser Stelle ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

1. Proaktives Zuhören und Lernen

Personaler*innen sollten nicht nur oberflächlich auf negative Bewertungen reagieren, sondern proaktiv zuhören und die Kritik als Sprungbrett zur kontinuierlichen Verbesserung nutzen.

2. Transparente Kommunikation

Offenheit ist der Schlüssel. Kommunizieren Sie auf den Plattformen selbst, wie das Unternehmen auf Feedback reagiert und welche konkreten Schritte unternommen werden, um aufgezeigte Schwachstellen zu beheben.

3. Positive Feedback-Kultur fördern

Personen neigen dazu eher bei negativen Themen Feedback und Bewertungen zu geben und sind bei positiven Erfahrungen schlichtweg still. Setzen Sie also idealerweise Anreize für Mitarbeiter, positive Erfahrungen zu teilen. Interne Programme, die Anerkennung für herausragende Leistungen fördern, können die Mitarbeitermotivation steigern und positive Bewertungen generieren.

4. Eine positive Unternehmenskultur etablieren

Letztendlich ist die beste Prävention gegen negative Bewertungen eine positive Unternehmenskultur. Unternehmen sollten darauf abzielen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter gedeihen und sich wertgeschätzt fühlen.

Fazit: Reputationspflege als Chance

Kritik ist nicht immer leicht zu verdauen, doch kluge Unternehmen betrachten sie als Baustein für nachhaltige Verbesserungen.

Personaler*innen sind in einer einzigartigen Position, die Online-Reputation ihrer Unternehmen zu formen. Durch einen strategischen und professionellen Umgang mit Bewertungsportalen für Arbeitgeber können sie nicht nur Talente anziehen, sondern auch das Vertrauen von Kunden und Investoren stärken. Sie sollten dabei aber nicht nur auf die Symptome reagieren, sondern die zugrundeliegenden Probleme angehen. Mitarbeiterbefragungen und regelmäßige Feedbackrunden können hierbei unterstützen.

Abschließend sei gesagt: In einer Welt, in der Informationen im Überfluss vorhanden sind, wird die Pflege der Online-Reputation zu einer strategischen Notwendigkeit. Durch konkrete Maßnahmen und einen empathischen und aktiven Umgang mit Mitarbeiterrückmeldungen können Personaler*innen dazu beitragen, dass ihr Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird – ein entscheidender Faktor im Kampf um die besten Talente.

Manchmal hilft es auch schon, wenn Zweifel direkt im Vorfeld geklärt werden und hier kommen wir ins Spiel. Wir bei den TALENTLOTSEN sind Profis in dem Bereich der Direktansprache und sorgen gerne direkt beim Erstkontakt mit Jobsuchenden dafür, dass Sie im richtigen Licht stehen. Sprechen Sie uns gerne an!

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